Das Absetzen der Jungtiere von der Mutter

Hierbei ist eine Menge Fingerspitzengefühl von Nöten…

Der Handel biete eine Menge sogenannter „Starter-Futter“ oder „Junior-Futter“ an, die für die Phase des Absetzens und bereits schon davor, eingesetzt werden können. Diese Futtermittel unterstützen die noch anfällige Verdauung der Jungkaninchen. Allgemein sollte man in der Absetzphase in Maßen füttern und die Näpfe nicht bis zum Rand vollbauen. Dagegen sollten Heu und Trinkwasser ständig zur Verfügung stehen.

Ich verfüttere meinen Tieren (wenn sie noch bei der Mutter sind) Zweige und Äste von Weide oder Haselnuss. Diese sind reich an Bitterstoffen und wirken wie natürliches Aspirin in der Kaninchenapotheke.

Bei kleineren „Wehwehchen“, wenn doch mal zu hastig gefressen wurde oder der Bauch sich leicht fest anfühlt, wird das gereicht was das Kräuterbeet zu dieser Zeit bereit hält. Dies kann z.B. Nelkenwurz, Wehrmut, Petersilie, Kamille, Oregano, Minze, Spitzwegerich,.. oder andere Kräuter sein.

Wichtig ist: Die Tiere immer beim Füttern beobachten! 

Sobald ein Jungtier nicht sofort mit fressen beginnt oder sich in eine Ecke setzt und teilnahmslos schaut muss man handeln. Auch ich gebe meinen Tieren Medizin wenn die Kräuter nicht mehr angerührt werden. Hier habe ich mit Vecoxan gute Erfahrungen gemacht. Die Zusammensetzung ist ähnlich wie das bekannte Baycox und ist ebenfalls über den Tierarzt erhältlich. Bei der Vergabe von Medizin laufen ja oft die Meinungen der Züchter auseinander. Einige erlösen lieber gleich das Tier, um ihm Schmerzen und Strapazen zu ersparen. Einige andere (wozu ich auch zähle) versuchen das Tier aufzupäppeln, mit allen verfügbaren Mitteln.

Bei den Englischen Widdern ist man über jedes Tier dankbar und wenn es noch ein ganz seltener Farbenschlag ist bemüht man sich ihn auch zu erhalten.

Damit es aber gar nicht erst zum „Auflaufen“ oder der sog. „Trommelsucht“ kommt, lieber die Tiere vorneweg gesund und vitaminreich ernähren.

Mutter mit 7er Wurf beim Fressen von Haselnusszweigen

IMG_1296

 

Folgende Fütterungsmaßnahmen nehme ich vor (Erfahrungswerte):

1.-3. Woche: Jungen sind noch im Nest –> Mutter bekommt energiereiches Futter und „Nassfutter“ (Obst, Gemüsen, Grünzeug) für sich allein

3. Woche: Jungen kommen aus dem Nest und beginnen am Futter der Mutter mit zu knabbern. Hier wird nun das Futter der Mutter in einen separaten Napf außer Reichweite der Jungen gereicht. Für die Jungen steht Junior-Futter gemischt mit einem Strukturfutter und getrockneter Petersilie bereit.

4.-5. Woche: Die Futtermenge für die Jungen wird erhöht, Zweige, Blätter und verschiedene Kräuter werden angeboten.

6. Woche: Absetzen. Die Mutter wird aus dem Wurfstall genommen, die Jungen bleiben noch zusammen. Dem Juniorfutter wird nun noch zur Hälfte Pelletts mit angereichertem Coccidiostatikum gereicht. Weiterhin stehen den Jungtieren Heu, Wasser und Kräuter zur Verfügung.

8. Woche: Trennung des Wurfes und Vereinzeln der Jungtiere in eigene Ställe. Die Futtermenge wird wieder reduziert und erst langsam gesteigert.

9.-12. Woche: Das Juniorfutter mit den beigemischten Coccidiostatikum-Pellets wird weiterhin gereicht und langsam mit den Zucht-Pellets (die auch den Alttieren gereicht werden) vermischt.

Ab 13.Woche: Die Jungen werden nun auf das Zuchtfutter mit beigemischten Strukturfutter komplett eingestellt. Mengenmäßig gebe ich in diesem Alter einen Ausstellungsbecher (Gitterbecher) voll Trockenfutter pro Tier.

 

Bitte beachten: Die hier angegebenen Fütterungshinweise und Futtermengen sind Erfahrungswerte, die ich über die Jahre bei der Haltung und Zucht meiner Kaninchen gesammelt habe. Sie dienen lediglich der Information.