29.Treffen der IG Englische Widder

Bericht über das Treffen der IG Englische Widder

 

In diesem Jahr fand das Treffen der IG Englische Widder bei uns Franziska und Sören Sprenger in Orlamünde, Thüringen, statt. Das ganze Wochenende vom 04.-06. August voll Kultur, Kulinarik und natürlich Englischen Widder Kaninchen.

Die ersten Gäste fanden sich nachmittags ein, weitere folgten bis in die späten Abendstunden. Einige hatten Anreisestrecken von knapp 800 km zu bewältigen! In der Zwischenzeit war auch das Pulled Pork nach knapp 30 Stunden im Smoker fertig und stand neben weiteren regionalen Spezialitäten bereit zum Verzehr auf einer langen Tafel.

Im Kerzenschein und zu später Stunde, kamen dann neue Zuchtfreunde zum ersten Mal zum IG-Treffen und brachten auch gleich weiß RA Englische Widder zum Anschauen mit. In den zuvor bereit gestellten Ausstellungskäfigen, konnten sie sicher die Nacht verbringen und sich von der langen Anreise aus Frankfurt am Main erholen.

Die ersten Gäste machten sich am Abend auf, um im nahe gelegenen Hotel und Gasthof “Kains-Hof” in Uhlstädt ihr Quartier zu beziehen.

In geselliger Runde und mit dem ein oder anderen Cocktail, ging dann der erste Kameradschaftsabend bis in die Morgenstunden des Samstags hinein.

Nach einem üppigen Hotelfrühstück ging es am Samstag mit dem gemieteten Linienbus auf Tour. Erster Halt: Heidecksburg Rudolstadt.

In geselliger Runde und mit dem ein oder anderen Cocktail, ging dann der erste Kameradschaftsabend bis in die Morgenstunden des Samstags hinein.

Nach einem üppigen Hotelfrühstück ging es dann am Samstag mit dem gemieteten Linienbus auf Tour. Erster Halt: Heidecksburg Rudolstadt.

Die Heidecksburg in Rudolstadt ist das prachtvollste Barockschloss des 18. Jahrhunderts im Freistaat Thüringen. Auf einer geführten Tour mit eigenem Guid, besichtigten wir die herrschaftlichen Wohnräume der ehemaligen Fürstenfamilie. Die prunkvollen Wandverzierungen, die originalen Möbel aus der Zeit des letzten Monarchen und die atemberaubenden Deckengemälde sind nur ein paar Highlights im Schloss. Die Sonderausstellung “Rococo en miniature” schloss sich im Anschluss mit an.

Viele unserer Kaninchenfreunde nutzen im Park das schöne Wetter und verweilten bei einem kühlen Glas Bier, bevor es im Anschluss mit dem Bus nach Arnstadt weiter ging.

Nächster Halt: Das Thüringer-Kloßhotel “Goldene Henne” in der Bachstadt Arnstadt.

Was wäre ein Ausflug in Thüringen ohne den Genuss von Thüringer Klößen? Nicht das Selbe!

Deswegen konnte es nur ein Ziel geben. Im Kloßhotel angekommen ging es auch schon sofort los und die ersten Klöße, wahlweise mit Roulade, Tafelspitz oder anderen Köstlichkeiten, fanden ihre Zustimmung.

Nach dem üppigen Mahl und einer kurzen Verschnaufpause, ging es zum dritten und letzten Etappenziel des samstags.

Letzter Halt auf der Kulturreise: Das Technikmuseum “Tobiashammer” in Ohrdruf.

Die vor mehr als 500 Jahren erbaute wasserradbetriebene Schmiedeanlage zählt nach umfangreicher Restaurierung zu den wertvollsten Industriedenkmälern. Fünf groβe, heute noch funktionstüchtige Fallhämmer, Walzwerk, Pochwerk, Schleifwerke und Glühöfen werden dort durch 4 überdimensionale Wasserräder angetrieben.

Nach der Führung durch die alte Hammer-Anlage, ging es erst einmal an den gedeckten Kaffeetisch in die gemütliche Kaffeestube des Hammermuseums. Auch hier wieder regionale Köstlichkeiten, z.B. Stachelbeerkuchen und LPG-Kuchen.

Eine besondere Attraktion wartete nach dem Kaffeetrinken noch auf uns – eine der gröβten Dampfmaschinen Europas. Alleine die Scheune in der die 305 Tonnen schwere und 12.000 PS starke Dampfmaschine untergebracht ist, ist schon ein Highlight.

Am Nachmittag setzte leider der Regen ein, was uns aber auf der Rückreise ins Hotel nicht störte.

In der Zwischenzeit kamen weitere IG-Mitglieder und Gäste, die leider z.T. berufsbedingt nicht an unserer Kulturrundreise teilnehmen konnten, im Hotel an.

Markus Tyborski brachte noch 6 Englische Widder in den Farbenschlägen weiß, schwarz/weiß und wildfarben/weiß aus Bad Saulgau mit. Die Tiere kamen in die Ausstellungskäfige und wurden erst einmal versorgt.

Im Anschluss fand das gemeinsame Abendessen in den Konferenzräumen des Hotels “Kains Hof” statt – als direkter Übergang folgte die Jahreshauptversammlung.

Wir waren eine große Runde mit vielen Gästen und konnten auch neue Mitglieder in unseren Reihen begrüßen. Vom Vorsitzenden der IG, Phillip Fritz, bekamen wir eine Auszeichnung für die “Ausrichtung des 29. Englische Widder Treffens” überreicht.

Zur Jahreshauptversammlung gab dann Phillip seinen Jahresbericht als 1.Vorsprecher ab. Er erläuterte die Höhen und Tiefen des vergangenen Zucht- und Ausstellungsjahres. Frank Lettau gab seinen Bericht als Schatzmeister der IG ab und erläuterte das Kassenbuch und den derzeitigen Kassenstand. Als nächster sprach Hans-Günter Flath als 3. Vorsprecher über das Zucht- und Ausstellungswesen der IG. Hier stand u.A. die Bundesrammlerschau im Vordergrund und die jeweiligen Landesschauen. Hans-Günter stellte seinen Posten als 3.Vorsprecher zur Wahl, da er aus privaten Gründen die Ausübung des Amtes nicht mehr durchführen kann. Er nominierte Franziska Sprenger als direkte Nachfolgerin. Die IG diskutierte über den Vorschlag und in einer offenen Wahl wurde Franziska Sprenger einstimmig als 3.Vorsprecherin gewählt.

Rene Karpf hielt im Anschluss seinen Bericht als schweizer Rassesprecher über die Zuchtarbeit in der Schweiz.

Die Meldeliste der Jungtiererfassung ging zwischenzeitlich durch die Reihen, in der die Mitglieder die gezogenen Farbenschläge auflisteten. Hans-Günter und Phillip werteten im Anschluss gemeinsam die Liste aus. Es ist schön zu sehen, dass die Farbenschläge dunkelgrau-weiß und chinchilla vor der Streichung aus dem Standard gerettet werden konnten. Im selben Atemzug ist aber ein Rückgang einiger Farbenschläge zu verzeichnen. So haben wir beispielsweise nur noch einen aktiven Züchter in unserer IG, der die Engländer in blaugrau züchtet (Walter Krimbacher, Österreich). Auch ein Rückgang des sonst am stärksten vertretenen Farbenschlags thüringerfarbig ist zu verzeichnen. Die Nachzucht einiger Farbenschläge ruht teils auf den Schultern einzelner Züchter, so auch z.B. Thüringer-Weiß bei Korbinian Schmidt. Fallen diese Züchter weg, ist auch der Farbenschlag verloren.

Hier gilt es anzusetzen und noch mehr Werbung für unsere schöne Rasse zu machen.

Das diesjährige Rundschreiben kam bei allen Mitgliedern wieder gut an, auch im nächsten Jahr sollen sich wieder viele Mitglieder beteiligen und Schauberichte, Fotos und Artikel an Franziska Sprenger schicken, damit wir wieder ein umfangreiches Rundschreiben auf die Beine stellen können.

Am Sonntag fand dann 10:00 Uhr die Tierbesprechung in unserem Garten statt. Bereits vorher fanden sich einige Mitglieder und Gäste an unserer Zuchtanlage ein und schauten sich die Ställe an. Die Ställe für unsere Englischen Widder sind verhältnismäßig groß, die oberen Boxen sind ohne Hocker nicht zu erreichen. Die Maße 1,20m breit, 1,30m tief, 0,70m hoch und dazu ein großes Ruhebrett und ein hoch angebrachter Wandnapf, fanden bei den Besuchern ihre Zustimmung.

Die Englischen Widder sind aktiv, sie toben viel in ihrem Stall herum und nehmen das Ruhebrett sehr gut an.

Neu bei der diesjährigen Tierbesprechung war, dass auch Preisrichter außerhalb unserer IG-Mitglieder mit unter den geladenen Gästen vertreten waren.

So waren die Kollegen Horst Rohowsky (Vorsitzender der Thüringer PV), Joachim Kapp (Schulungsleiter der  Thüringer PV) und Herbert Sillmann (Preisrichter und Vorsitzender der Clubvereinigung Thüringen) mit von der Partie, um sich über den Zuchtstand der Englischen Widder zu informieren.

Hans-Günter startete die Tierbesprechung mit einer Blau-Weißen Althäsin von Franziska und ging auf die verschiedenen körperlichen und farblichen Merkmale ein.

Als nächstes stand eine Thüringerfarbige Althäsin (ebenfalls von Franziska) auf dem Tisch.

Danach folgten die weißen Engländer. Hier konnte man die unterschiedlichen Zuchtlinien von Julia Manka und Markus Tyborski schön miteinander vergleichen.

Zum Schluss kamen die Schecken in schwarz-weiß und wildfarben-weiß zur Bewertung. Die Mantelscheckung ist bei den Tieren von Markus sehr gut entwickelt und auch die Körperformen und Fellanlagen der gezeigten Jungtiere wussten zu überzeugen.

Im Nachgang folgte ein reger Austausch unter den Gästen und Preisrichtern.

Zwischenzeitlich wurde der Holzkohle-Grill angeschürt und der Geruch von Bratwürsten zog durch die Reihen. Nach einem deftigen Mittagessen und noch schönen Gesprächen, verließen uns dann unsere Gäste und traten ihre Heimreise an.

 

Wir möchten uns an dieser Stelle für all die schönen Mitbringsel von Euch bedanken, für die gemeinsamen Stunden und für die anregenden Gespräche während und nach dem IG-Treffen.

Wir freuen uns auf ein schönes Wiedersehen mit Euch im nächsten Jahr im Schwarzwald und zuvor schon zur Bundesschau in Leipzig.

 

Mit ganz lieben Züchtergrüßen,

 Sören und Franziska Sprenger